Mein erstes Dampfverbot

Vor wenigen Tagen wurde im Fernsehen ein fast 40 Jahre altes Konzert mit Frank Sinatra ausgestrahlt, er ganz Profi, lässig und eloquent, im Publikum alle Stars der 70-er Jahre.

Und ich wollte meinen Augen nicht trauen: sowohl im Zuschauerraum als auch der Star selbst auf der Bühne: es wurde geraucht, was das Zeug hält.

Jetzt zu meinem ersten Dampfverbot: die Tage war eine Freundin zu Besuch in der Stadt und wir verabredeten uns in einem spanischen Lokal in der Nähe ihres Hotels. Das Restaurant trägt den Namen des bekannten Films des spanischen Regisseurs Pedro Almodovar „Volver“, was so viel bedeutet wie zurückkehren. Und das hatte ich schon oft getan.

Das Lokal war voll besetzt, wir plauderten über dies und das, die Tapas waren lecker – der Wein auch. Aber plötzlich stand der Besitzer neben mir und zeigte auf meine E-Zigarette, die ich wie selbstverständlich dampfte.

Das ginge aber nicht, ich dürfe hier nicht dampfen, denn das käme angesichts des Nichtraucherschutzgesetzes einer Benachteiligung der Raucher gleich. Ich traute meinen Ohren nicht und verwies auf das Urteil des Kölner Oberverwaltungsgerichts, nach dem Rauchen nicht gleich Dampfen ist. Ja, er kenne das, aber bei ihm dürfe nicht gedampft werden, Hausrecht war sein letztes Wort, dann ging er nach draußen und steckte sich eine Zigarette an. Ich wollte diesmal meinen Augen nicht trauen. Na klar. Frustrierter Raucher verhindert entspanntes Dampfen.

Meine Freundin warf vermittelnd ein, dass es auch ein klein wenig rieche, nach was denn? Maracuja. Was aber nichts ist im Vergleich zu den endlos scheinenden Knoblauchschwaden, die von allen Seiten uns einnebelten – und die zumindest ich als belästigend empfand.

Eins ist klar, der Name wird diesmal keine Folgen haben und allen Lockungen der Küche und des Kellers werde ich widerstehen: nunca mas „Volver“.