Linke Tasche – rechte Tasche

Eigentlich wendet man dieses Bild für ein Nullsummenspiel an, wenn Geld oder Ware nur von einer Hand oder Tasche in die andere wechselt und dabei nichts verloren geht. Hier aber geht es um Arbeitsplätze und angestrebte Marktführerschaft beim Dampfen.




Langenhagen liegt bei Hannover – beides sind nicht wirklich Hotspots der Wirtschaft. Aber in Langenhagen befindet sich eine große Zigarettenfabrik von Reemtsma, dem Hersteller von „West“. Nach der Schließung deren Produktionsstätte in Berlin im Jahre 2011 wechselten 120 Mitarbeiter von der Spree an die Leine, wo rund 860 Menschen für die Zigarette arbeiten, besser arbeiteten. Denn das deutsche Tochterunternehmen von Imperial Brands will sich in den nächsten zwei Jahren von nahezu 160 Kollegen trennen. Begründung: Die von der EU verordnete sogenannte „Track & Trace“-Regulierung, die die Nachverfolgbarkeit der Zigaretten gewährleisten soll – wegen des Schmuggels, wie in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zu lesen ist: Reemtsma baut „bis zu 159 Stellen“ ab

Nur Stunden später meldet dasselbe Unternehmen sein Ziel der Marktführerschaft für E-Zigaretten in Deutschland an, wie finanzen.net meldet: QIX Dividenden Europa: Imperial Brands will deutschen E-Zigarettenmarkt aufrollen und glänzt mit 6,5% Rendite Und zwar mit der Marke „myBlu“, eine Dampfe, die ehedem von der österreichischen Firma VonErl entwickelt wurde und damals „My“ hieß. Das neue Produkt der sogenannten „Nächsten Generation“ ist bislang nur in Berlin, Hamburg und München erhältlich.

Mit E-Zigaretten wollen nun alle klassischen Zigarettenhersteller ihre schrumpfenden Zahlen wettmachen. Dazu gehören auch BAT mit der „Vype“, JTI mit der „Logic Pro“ und Philip Morris mit der „Iqos“. So vermeldete Imperial bzw. deren Sparte Growth Brands von Januar bis Juni dieses Jahres weltweit einen Zuwachs von über sechs Prozent bei E-Zigaretten.
So könnten die E-Zigaretten und Heat-not-burn-Produkte in einigen Jahren fast ein Drittel des Marktes bzw. des Umsatzes stellen – gegenwärtig liegen die Anteile bei mageren drei Prozent, so ein Reemtsma-Sprecher.
Dann retten die Dampfer zwar nicht die Arbeitsplätze der Zigarettenhersteller sichern wohl aber deren Gewinn.