Langzeitstudie: Dampfen ohne messbare Folgen

Über die E-Zigarette heißt es häufig, man müsse vorsichtig sein, schließlich gebe es noch keine Langzeitstudien über die Auswirkungen. Dass die Inhaltsstoffe des Dampfes wesentlich weniger schädlich sind als die des Zigarettenrauchs, ist wissenschaftlich unbestritten. Aber könnte es nicht doch auch erhebliche Nebenwirkungen nach Jahren der Nutzung geben? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine jüngst veröffentlichte Studie, die im Fachblatt „Scientific Reports“ im renommierten Verlag von „Nature“ publiziert wurde.

Die Ergebnisse sind dramatisch. Dramatisch positiv für die E-Zigarette. Neun Dampfer, die nie geraucht haben, wurden über dreieinhalb Jahre genau beobachtet und zahlreiche Körperfunktionen und Krankheitsindikatoren überwacht. Ebenso wurde mit einer 12-köpfigen Kontrollgruppe verfahren. Die beobachteten Nutzer waren im Schnitt um die 30 Jahre alt. Das Resultat: Das Dampfen hatte keinerlei Einfluss auf die Lungenfunktion, es waren keine Lungensymptome zu beobachten, es gab keine Anzeichen für Entzündungen in der Lunge oder andere Schäden. Das sei „selbst bei den stärksten Dampfern“ der Fall, wie es in der Zusammenfassung heißt. Die Dampfer konsumierten bis zu fünf Milliliter Liquid am Tag, die meisten mit Nikotin. Auch auf Blutdruck und Puls wurden keine Auswirkungen beobachtet.

Das Fazit lautet: „Das Resultat der Studie bietet erste vorläufige Evidenz dafür, dass die Langzeitnutzung von E-Zigaretten vermutlich nicht zu signifikanten gesundheitlichen Auswirkungen bei jungen Nutzern führt.“

Die Autoren räumen ein, dass die Zahl der Probanden niedrig ist. Allgemeine statistische Aussagen lassen sich deshalb nicht treffen. Hätte Dampfen aber einen stark gesundheitsschädlichen Effekt, wäre dies in der Studie mit hoher Sicherheit aufgefallen. Die Wissenschaftler berichten, dass es schwierig gewesen sei, selbst diese geringe Zahl an Dampfern, die niemals geraucht haben, zu rekrutieren. Der Grund: Es gibt kaum E-Zigaretten-Nutzer, die vorher nicht tabakabhängig waren. Die Forscher stammen hauptsächlich aus Italien.

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