Kommentar: Beistand von der falschen Seite

Gerade flattert die Presseerklärung des Zigarettenverbandes zum Bericht der Drogenbeauftragten, Marlene Mortler, CSU, von gestern Morgen auf den Tisch. Der Geschäftsführer des DZV stellt sich darin schützend vor die E-Zigarette.




Soweit ist es schon gekommen, dass Jan Mücke, Geschäftsführer des Zigarettenverbandes, britische Studien pro E-Zigarette zitiert und Frau Mortler auffordert, diese zu lesen. Zusätzlich erklärt er die Wirkweise der E-Zigarette und lobt die geringere Schädlichkeit des Dampfens im Vergleich zum Rauchen: DZV weist Falschbehauptung der Drogenbeauftragten Mortler zurück Mücke: „Tabakhersteller setzen sich für konsequenten Jugendschutz auch für E-Zigaretten ein“

Ist das die Tabakindustrie-Umarmung mit dem Todeskuss, weil die Dampferverbände sich nicht rühren und dies von den Tabakleuten als Schwäche erkannt wird? Ist das ein erster Schritt, um sich die E-Zigarettenbranche einzuverleiben? Schließlich haben sich zwischenzeitlich ja alle Zigarettenhersteller auf dem E-Markt eingearbeitet und bieten selbst E-Produkte an.

Oder ist das nur eine neue Form der Gleichstellung von E-Zigaretten und Tabakzigaretten?

Oder ist das schon die Kapitulation der Tabakbranche, der die Rauch-Felle in Richtung Dampfen davon schwimmen und die sich selbst noch schnell ans dampfende Ufer retten wollen? Muss jetzt schon die Dampfergemeinde das Gewissen der Tabakindustrie beruhigen, die sich nun eines gesünderen Produktes brüstet?

Als erstes fallen einem dazu die Zeile von Grönemeyer ein: „Was soll das?“ Und dann taucht plötzlich das Trojanische Pferd vor Augen auf. Arme E-Zigarette, das haben wir Dampfer nicht verdient.

Wir Dampfer sind stark und engagiert genug, wir wollen und brauchen keine Hilfe durch die Tabakindustrie. Ich bin froh, dass ich dampfe und nicht mehr rauche. Los Dampferverbände, sagt was, macht was.