Gesundheitsökonom fordert bezahlte Rauchentwöhnung

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Wir alle beobachten die steigenden Kosten im Gesundheitswesen – ob bei den verschriebenen oder bei den freiverkäuflichen Pharmaprodukten. Jetzt kommen aber neue und erschreckende Zahlen bei Raucherkrankheiten auf den Tisch.




Privatdozent Dr. Tobias Effertz ist anerkannter Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Hamburg, sein Spezialgebiet ist Gesundheitsökonomie, auf Englisch hört sich das so an: Public Health und Health Economics, eine Vorlesung im Sommersemester hat den Titel: Public Health: Ökonomie von Prävention und Gesundheitsförderung. Seine wissenschaftliche Arbeit widmet sich der Berechnung von Kosten durch Krankheiten für den Patienten, die Krankenkassen und die Wirtschaft.

Seine neuesten Zahlen alarmierten die Beteiligten: Fast 100 Milliarden Euro betragen die Kosten in Deutschland jedes Jahr bei den Folgeerkrankungen durch das Rauchen. Das entspricht einer Steigerung von 20 Milliarden Euro gegenüber den bislang geschätzten Kosten von 80 Milliarden jährlich. Sei es durch Operation, Reha oder Pflege – da belaufen sich die Kosten auf rund 30 Milliarden jährlich – oder durch sogenannte indirekte Kosten wie durch Arbeitsausfall, Erwerbsminderung oder Krankschreibung schlagen mit 67 Milliarden jedes Jahr zu Buche, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland, kurz RND, heute berichtete und von „Focus online“ zitiert wurde: Raucher kosten Deutsche deutlich mehr als bislang angenommen

Erschreckende Zahlen, die zu reflexartigen Forderungen führen wie bei der Drogenbeauftragten Mortler, die sich im gleichen Beitrag wieder für ein totales Werbeverbot aussprach.

Aber es geht auch anders, wie der Wissenschaftler Effertz auf einem kürzlich stattgefundenen Suchtkongress fordert: Angesichts dieser hohen Krankheitskosten müssten die Gesetzlichen Krankenversicherungen, kurz GKV, erfolgreiche Rauchentwöhnungsmaßnahmen finanzieren. Das meldete das das „aerzteblatt.de“: Suchtkongress: Gesundheitsökonom fordert deutlich mehr Präventionsmaßnahmen zur Tabakkontrolle

Das Zauberwort ist Prävention. Und das muss nicht immer der Nikotinkaugummi, das Nikotinspray oder das Nikotinpflaster sein. England macht es vor und empfiehlt das Dampfen zum Rauchstopp.

Und an dieser Stelle gerne nochmals der Link zur den Forderungen der Gefäßchirurgen: Chirurgen und E-Zigaretten – ein Dampfknaller

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