Formaldehyd in E-Zigaretten? Studie gibt Entwarnung

In Dampfer-Kreisen war die Aufregung groß, als im Januar eine Studie über enorm hohe Formaldehyd-Mengen berichtete, die bei der Nutzung von E-Zigaretten unter Laborbedingungen aufgetreten waren. Sie lagen sogar höher als bei gewöhnlichen Zigaretten (die allerdings noch eine Vielzahl anderer Giftstoffe enthalten). Die Studie schaffte es natürlich in die Mainstream-Medien – wie die meisten negativen Nachrichten über die E-Zigarette. Unter E-Zigaretten-Experten war jedoch sogleich in Frage gestellt worden, ob die Tests überhaupt realem Dampfverhalten entsprechen und kritisiert worden, dass das krebserregende Formaldehyd in diesen Mengen nur bei einer extrem heißgedampften E-Zigarette auftreten kann.

Eine wenige Tage alte Studie bestätigt nun diese Vermutung. Drei griechische Forscher, unter anderem von der Universität Patras, veröffentlichten neue Untersuchungsergebnisse im renommierten Fachblatt „Addiction“. Das Fazit: E-Zigaretten produzieren hohe Mengen Formaldehyd nur, wenn sie „trockengeraucht“ sind – wenn also der Liquidnachschub völlig versagt, etwa wegen eines Defekts oder weil die E-Zigarette leer ist – oder weil sehr schnell hintereinander lange Züge mit hoher Voltzahl erfolgen. Das allerding führe zu einem „starken, unangenehmen Geschmack, den E-Zigaretten-Nutzer erschmecken und vermeiden“. Die Forscher untersuchten in einem Experiment, wie Probanden auf die heißgedampften E-Zigaretten reagierten. Sie brachen das Dampfen heißgelaufener Geräte ab, weil es unangenehm war. Auch moderne, mit hoher Voltzahl arbeitende E-Zigaretten produzierten unter normalen Umständen nur minimale Mengen an Aldehyden, so die Forscher weiter.

Entwarnung also: E-Zigaretten sind nur dann giftig, wenn sie unerträglich schmorig schmecken. Man darf gespannt sein, wie viele Medien über dieses Ergebnis berichten – und wie viele die inzwischen auch von Wissenschaftlern als unrealistisch enttarnte Studie weiter zitieren.