Entscheidendes Institut bewertet E-Zigarette stark positiv

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Das britische Cochrane-Institut hat entscheidenden Einfluss auf viele medizinische Debatten rund um den Globus. Auch auf die E-Zigarette – und auch in Deutschland.




Auf einer Veranstaltung äußerten Vertreter des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) vor einiger Zeit zum Beispiel die Ansicht, für eine Einordnung der Schädlichkeit der E-Zigarette und der Wirksamkeit beim Rauchstopp gälte es einen neuen Cochrane-Report zum Thema abzuwarten. Der Grund ist, dass das Institut eine Art Wächterfunktion in der Medizinwissenschaft ausübt. Für viele Themengebiete wird die Studienlage ausgewertet und die Qualität der Studien berücksichtigt. Nur Untersuchungen, die hohe Kriterien erfüllen, werden voll berücksichtigt. Darauf bauen dann Empfehlungen auf.

Bislang weitgehend unbeachtet hat das Cochrane-Institut offenbar vor einiger Zeit seine Einschätzung des Dampfens deutlich nach oben korrigiert. Datiert auf den Dezember 2017 äußerte die Organisation ihre Meinung zur E-Zigarette nach Anfrage eines Komitees des britischen Parlaments, desses Report diesen Sommer veröffentlicht wurde. Das Statement von Cochrane lässt sich auf den Servern des House of Commons abrufen. Darin heißt es, die wissenschaftliche Faktenlage lasse bislang folgende Einschätzung zu den gesundheitlichen Auswirkungen der E-Zigarette zu (Übersetzung von eGarage):

„Zigaretten sind einmalig tödlich. Obwohl E-Zigaretten nicht risikofrei sind, spricht die Beweislage dafür, dass sie deutlich weniger gesundheitsschädlich sind als gewöhnliche Zigaretten. Keine der Studien, die in unserer Betrachtung enthalten sind (die Studienlänge beträgt bis zu zwei Jahre), konnte schwerwiegendere nachteilige Wirkungen finden, die mit der Nutzung von E-Zigaretten in Verbindungen stehen könnten. Die häufigsten negativen Effekte waren Reizungen von Mund und Rachen. Aufgrund des Mangels an langfristigen Studien sind die langfristigen Auswirkungen unbekannt. Jedoch wurde in einigen Studien festgestellt, dass die Verringerung von Biomarkern (die Messung von Giften in Blut und Atem) ähnlich sind wie bei einem kompletten Rauchstopp.

(…)

In der öffentlichen Wahrnehmung wird häufig herausgestrichen, dass E-Zigaretten Nikotin enthalten. Diese Tatsache sollte kein Grund zur Beunruhigung sein. (…) Während die Zigarettensucht die Hälfte ihrer Opfer tötet, ist die Sucht nach Nikotinersatzprodukten oder E-Zigaretten deutlich weniger gefährlich.

(…)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die besten verfügbaren Forschungsergebnisse zum Thema nahelegen, dass Raucher durch den Umstieg auf E-Zigaretten wahrscheinlich eine deutliche Verbesserung ihrer Gesundheit erfahren.

Zuvor hatte sich das Institut zurückhaltender geäußert. Diesen neuen Aussagen – wohlgemerkt basierend auf einer voll umfänglichen Auswertung und Gewichtung aller verfügbaren Studien – gibt es eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen.