Aktualisiert 2017: Dampf-Verbote im Ausland – wo Urlauber aufpassen müssen

Die Reisezeit kommt näher, viele Deutsche basteln an ihren Urlaubsplänen für 2017. Für passionierte Dampfer stellt sich deshalb eine wichtige Frage: Ist meine E-Zigarette im Urlaubsziel überhaupt erlaubt?

Und bekomme ich dort Liquid-Nachschub und gegebenenfalls Ersatzteile, zum Beispiel Verdampfer-Coils? eGarage hat für alle Dampfer mit Fernweh eine Liste der Länder zusammengestellt, in denen Dampfer Probleme bekommen können. Diesen Beitrag haben wir nun, im Februar 2017, aktualisiert. Besonders kritisch ist die Lage weiterhin in Südostasien, den Golfstaaten und Südamerika. Aber auch in den USA und einigen europäischen Ländern, zum Beispiel der Schweiz, ist Dampfen nicht so einfach und günstig möglich wie in Deutschland. Alle Angaben beruhen auf mehreren Quellen, eine Garantie für Vollständigkeit und Aktualität können wir aber leider nicht geben. Das Fazit der Recherche: Während Rauchen quasi überall weiterhin legal ist, wird in vielen Ländern verhindert, auf eine weniger gefährliche Alternative umzusteigen.




Europäische Länder

EU generell: Wie in Deutschland gelten in allen EU-Ländern seit 20. Mai 2016 die Vorgaben der Brüsseler Tabak-Produkt-Richtlinie (TPD II). Das beinhaltet zum Beispiel ein Verbot großer Liquid-Flaschen und macht Warnhinweise und Inhaltsangaben zur Pflicht. Auch der Nikotingehalt ist begrenzt und die Produkte müssen vorher in einer EU-Datenbank registriert werden. Spätestens am 20. Mai 2017 müssen alle Produkte aus den Regalen verschwunden sein, die den Anforderungen nicht entsprechen. Allerdings hinken viele Länder bei der Umsetzung hinterher. Ein komplettes Verbot ist damit nicht verbunden.

Belgien: Das Dampf-Verbot ist aufgehoben worden. Nun gelten die EU-Regeln.

Dänemark: E-Zigaretten sollten in Dänemark sehr streng reguliert werden, das Verbot wird aber offenbar nun doch nicht eingeführt.

Finnland: Auch Finnland richtet sich nach der neuen TPD, geht aber weit darüber hinaus. Auf Liquids wird eine heftige Steuer von 0,30 Euro pro Milliliter erhoben, ein kleines Fläschchen kostet allein deswegen drei Euro mehr. Zudem, und das dürfte für viele deutsche Urlauber eine wichtige Info sein, ist in Finnland nur Tabak-Liquid erlaubt. Ein schöner Vergleich: Das ist etwa so, als ob Alkoholiker nur Cola mit Wodka-Geschmack kaufen dürfen. Vorrat mitnehmen!

Norwegen: Dampfer müssen nicht fürchten, kriminalisiert zu werden, aber der Verkauf von nikotinhaltigen Liquids ist in Norwegen verboten. Wir haben einen Importeur gefunden, der behauptet, trotzdem Liquids mit Nikotin nach Norwegen zu verschicken, aber das ist wohl illegal. Bei der Einreise mit nikotinhaltigen Liquids scheint es keine Probleme zu geben. Achtung: Das Quasi-Verbot für E-Zigaretten wird offenbar im Laufe des Jahres 2017 aufgehoben, ein genaues Datum steht aber noch nicht fest.

Österreich: Vielleicht ist der eine oder andere Urlaubs-Dampfer und Alpenbesucher noch verschreckt wegen Meldungen, dass in Österreich ein Dampf-Monopol herrscht und nur Trafiken Dampf-Utensilien verkaufen dürfen. Das Verfassungsgericht hat dieses Vorhaben allerdings beerdigt. In Österreich kann von Dampfern in Fachgeschäften eingekauft werden. Aber: Der Online-Handel ist verboten!

Polen: Gleiches gilt für Polen: Auch dort dürfen E-Zigaretten und Liquids nicht im Internet bestellt werden.

Schweden: In dem skandinavischen Land wird gerichtlich darüber gestritten, ob E-Liquids ein Medizinprodukt sind oder nicht. Dampfen ist allerdings prinzipiell erlaubt. Und es werden auch offen nikotinhaltige Liquids verkauft, sowohl online als stationär.

Schweiz: In der Schweiz ist Dampfen zwar erlaubt, aber der Verkauf von nikotinhaltigen Liquids noch verboten. Das könnte sich allerdings in Zukunft ändern, doch das Verfahren lief jüngst noch. Viele Schweizer bestellen nikotinhaltige Liquids im Ausland, bis zu 150 Milliliter sind erlaubt. Das dürfte Urlaubern aber wenig nützen. Wer Nikotin braucht, muss also Vorräte mitbringen.

Spanien: Die beliebteste Urlaubsdestination der Deutschen ist auch ein gutes Ziel für Dampfer. Dampfen unterliegt zwar den Rauchverboten, ist ansonsten aber legal. Es gibt zahlreiche Shops.

Außereuropäische Länder

Argentinien: Seit 2011 herrscht in Argentinien ein vollständiges E-Zigaretten Verbot für Verkauf und Import, während Zigaretten erlaubt bleiben. Die fadenscheinige Begründung: Es sei nicht nachgewiesen, dass E-Zigaretten beim Rauchstopp helfen. Argentinien ist ein wichtiges Tabak-Anbauland, das könnte bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben. Dort lebende Ausländer bestätigen, dass das Verbot nach wie vor gilt. Allerdings scheint es möglich zu sein, mit selbst mitgebrachten E-Zigaretten zu dampfen. Zudem scheint es einen Schwarzmarkt für E-Zigaretten zu geben und Kunden bestellen (illegal) im Internet.

Australien: In Australien sind E-Zigaretten erlaubt, aber nicht nikotinhaltige Liquids. Wer im Australien-Urlaub Nikotin dampfen möchte, muss sich einen eigenen Vorrat mitbringen. Achtung: Dafür braucht es nach jüngsten Änderungen eine medizinische Ausnahmegenehmigung, um die man sich schon im Vorfeld kümmern muss! Dies gaben die Behörden im Oktober bekannt und betonen: Auch der Import kleiner Mengen zum privaten Konsum ist ohne diese illegal. Viele Urlauber haben zwar keine Probleme bei der Einreise mit Nikotin-Liquids, aber legal ist das nicht. Sollte man sich länger in Australien aufhalten, gibt es aber anscheinend Möglichkeiten, um das Verbot herumzukommen. Importeure dürfen offenbar kleine Mengen per Post verschicken.

Brasilien: Auch in Brasilien ist der Handel mit E-Zigaretten verboten. Begründung: Die gesundheitlichen Risiken seien ungeklärt. Es soll laut Dampfern im Brasilien-Urlaub aber durchaus möglich sein, in Großstädten an Nachschub zu kommen. Auch Urlauber haben wohl selten Probleme, ihren eigenen Vorrat mitzubringen.

Brunei: Eine Horror-Destination für Dampfer: E-Zigaretten sind komplett verboten. Wer beim Dampfen erwischt wird, muss mit einer Strafe von 300 Dollar rechnen.

China: Im Mutterland des Dampfens sind E-Zigaretten erlaubt, der Markt boomt. Möglicherweise gibt es aber regionale Beschränkungen.

Dubai: Handel und Einfuhr von E-Zigaretten und Liquids sind laut mehreren Quellen, auch für Touristen, verboten. In einem Forum wird allerdings behauptet, die Botschaft in London habe angegeben, dass es keine Beschränkungen gibt. Das stimmt aber offenbar nicht: Urlauber haben schon Probleme bei der Einreise bekommen, wie in Urlaubsforen berichtet wird.

Hong Kong: Liquids mit einem nennenswerten Nikotin-Anteil gelten als Medikamente und unterliegen strengen Verkaufsauflagen. Es ist deshalb für Urlauber kaum möglich, an nikotinhaltige Liquids zu kommen. Ein Komplettverbot ist in Vorbereitung.

Japan: In Japan sind E-Zigaretten zwar erlaubt, aber nikotinhaltige Liquids verboten. Sie sind offenbar im gesamten Land nicht legal erhältlich. Selbst der Import per Internet-Versand scheint nicht mehr zu funktionieren. Wer sich seinen eigenen Vorrat mitbringt, muss am Flughafen mit Beschlagnahmung rechnen, denn offenbar ist auch die persönliche Einfuhr verboten. Kein Wunder, dass die Pseudo-Alternative IQOS hier Erfolge feiert.

Jordanien: Der Import von E-Zigaretten und Liquids ist verboten, der Handel offenbar auch. Wir konnten im Gegensatz zur Recherche 2016 keinen E-Zigaretten-Laden mehr ausfindig machen, der ein aktuelles Angebot hat.

Kambodscha: E-Zigaretten sind in Kambodscha verboten. Es gibt zwar illegalen Handel, aber davon sollte man als Tourist die Finger lassen. Ob man mit selbst importierter Ware bei der Einreise Probleme bekommt konnten wir nicht klären. Allerdings ist rechtlich gesehen auch das Benutzen von E-Zigaretten nicht erlaubt.

Kanada: In Kanada darf man dampfen. Allerdings sind in einigen Provinzen relativ strenge Regeln in Kraft, die Verkauf und Werbung regeln, an vielen öffentlich zugänglichen Orten herrschen Dampf-Verbote. An einer einheitlichen Bundesgesetzgebung wird in Kanada gearbeitet.

Katar: In dem Golf-Staat herrscht ein vollständiges Verkaufs- und Einfuhrverbot (hier das Original-Dokument des Zolls). Touristen sollten sich also auf großen Ärger bei der Einreise gefasst machen, wenn sie E-Zigaretten mitbringen.

Kolumbien: Dort ist die Lage unklar. Anscheinend gibt es hin und wieder am Flughafen Probleme, im Land selbst muss man aber offenbar nicht damit rechnen, Ärger zu bekommen. Es gibt auch Dampf-Shops, die nikotinhaltige Liquids verkaufen.

Malaysia: Dort herrscht neuerdings ein weitgehendes Verkaufsverbot für E-Zigaretten. Wir konnten allerdings keine Berichte finden, dass Touristen Probleme bei der Einfuhr von E-Zigaretten und Liquids zum Eigengebrauch hatten. Auch die Shops sind noch online.

Mexiko: In dem lateinamerikanischen Land sind E-Zigaretten vollständig verboten, nicht nur der Handel. Einige Reisende berichten sogar, dass sie bei der Einreise am Zoll Ärger bekommen haben. Auf der anderen Seite scheinen die Gesetze nicht besonders wirkungsvoll durchgesetzt zu werden. Unsichere Destination!

Oman: Der Verkauf von E-Zigaretten und Liquids ist in Oman neuerdings illegal. Ob das Einführen von kleinen Mengen gestattet ist, bleibt unklar. Der Schwarzmarkt boomt offenbar aufgrund des Verbotes.

Singapur: Der kleine Inselstaat ist bekannt für seine strengen Gesetze. Das betrifft leider auch das Dampfen. Es ist dort vollständig illegal, man sollte sich also auf gar keinen Fall erwischen lassen. Die Strafen betragen bei erstmaligem Verstoß bis zu 10.000 Dollar oder bis zu ein halbes Jahr Gefängnis.

Taiwan: Offenbar sind Handel und Import von E-Zigaretten verboten, aber Dampfer werden nicht unter Strafe gestellt. Ein Leser, der in Taiwan lebt, berichtete uns: „Kaufen kann man trotzdem alles hier und bei der Einreise wird einem die dampfe im schlimmsten Fall abgenommen. Normalerweise werden aber Reisende aus Deutschland nicht kontrolliert.“

Thailand: Achtung, die Einfuhr von E-Zigaretten und Liquids nach Thailand ist verboten. Dies bestätigt auch die Zollbehörde. In dem Land scheint es zwar eine aktive Dampfer-Szene zu geben, wie unter anderem dieses Forum zeigt. Allerdings haben aber auch die Mitglieder häufig Ärger, so werden offenbar häufig Importsendungen beschlagnahmt. In Reiseberichten heißt es allerdings oft, dass Dampfen vor Ort kein Problem sei und man in größeren Urlaubsorten auch Nachschub bekommt. Wie allerdings StattQualm, ein E-Zigaretten-Hersteller aus der Schweiz, auf seiner Facebook-Seite berichtet, ist ein Bekannter aus der Schweiz in dem beliebten Urlaubsland offenbar tatsächlich verhaftet worden – allein, weil er dampfte und die entsprechenden Gerätschaften dabei hatte.

USA: In den USA ist Dampfen generell erlaubt. Auch der Handel mit nikotinhaltigen Liquids ist nicht verboten, allerdings gibt es in vielen Bundesstaaten inzwischen rechtliche Beschränkungen. So ist häufig der Verkauf an Jugendliche verboten oder Werbung nicht erlaubt und für E-Zigaretten gelten teils ebenso strenge Verbote im öffentlichen Raum wie für herkömmliche Zigaretten. Eine Übersicht über die Regeln in den einzelnen Bundesstaaten findet sich hier.

 

 

 

 

 

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