Dampf-Verbote im Ausland – wo Urlauber aufpassen müssen

Die Reisezeit kommt näher, viele Deutsche basteln an ihren Urlaubsplänen. Für passionierte Dampfer stellt sich deshalb eine wichtige Frage: Ist meine E-Zigarette im Urlaubsziel überhaupt erlaubt?

Und bekomme ich dort Liquid-Nachschub und gegebenenfalls Ersatzteile, zum Beispiel Verdampfer-Coils? eGarage hat für alle Dampfer mit Fernweh eine Liste der Länder zusammengestellt, in denen Dampfer Probleme bekommen können. Besonders kritisch ist die Lage in Südostasien und Südamerika. Aber auch in den USA und einigen europäischen Ländern, zum Beispiel der Schweiz, ist Dampfen nicht so einfach und günstig möglich wie in Deutschland. Alle Angaben beruhen auf mehreren Quellen, eine Garantie für Vollständigkeit und Aktualität können wir aber leider nicht geben. Das Fazit der Recherche: Während Rauchen quasi überall weiterhin legal ist, wird in vielen Ländern verhindert, auf eine weniger gefährliche Alternative umzusteigen.

Europäische Länder

EU generell: Wie in Deutschland auch müssen in allen EU-Ländern die Vorgaben der Brüsseler Tabak-Produkt-Richtlinie umgesetzt werden, und zwar bis 20. Mai. Das beinhaltet zum Beispiel ein Verbot großer Liquid-Flaschen und macht Warnhinweise und Inhaltsangaben zur Pflicht. Allerdings hinken viele Länder bei der Umsetzung hinterher. Ein komplettes Verbot ist damit nicht verbunden.

Belgien: Das Dampf-Verbot ist kürzlich aufgehoben worden.

Dänemark: E-Zigaretten sind streng genommen illegal, das Verbot wird aber offenbar nicht umgesetzt.

Finnland: Nikotinhaltige Liquids sind als Medikament klassifiziert und können in Finnland nicht im regulären Handel verkauft werden. Per Post aus dem Ausland kann man sie allerdings bestellen.

Norwegen: Dampfer müssen nicht fürchten, kriminalisiert zu werden, aber der Verkauf von nikotinhaltigen Liquids ist in Norwegen verboten. Wir haben einen Importeur gefunden, der behauptet, trotzdem Liquids mit Nikotin nach Norwegen zu verschicken, aber das ist klar illegal. Bei der Einreise mit nikotinhaltigen Liquids scheint es keine Probleme zu geben.

Österreich: Vielleicht ist der eine oder andere Urlaubs-Dampfer und Alpenbesucher noch verschreckt wegen Meldungen, dass in Österreich ein Dampf-Monopol herrscht und nur Trafiken Dampf-Utensilien verkaufen dürfen. Das Verfassungsgericht hat dieses Vorhaben allerdings beerdigt. In Österreich kann von Dampfern frei eingekauft werden.

Schweden: In dem skandinavischen Land wird gerichtlich darüber gestritten, ob E-Liquids ein Medizinprodukt sind oder nicht, was den Verkauf erheblich einschränkt. Dampfen ist allerdings prinzipiell erlaubt.

Schweiz: In der Schweiz ist Dampfen zwar erlaubt, aber der Verkauf von nikotinhaltigen Liquids noch verboten. Das könnte sich allerdings in Zukunft ändern. Viele Schweizer bestellen nikotinhaltige Liquids im Ausland, bis zu 150 Milliliter sind erlaubt. Das dürfte Urlaubern aber wenig nützen. Wer Nikotin braucht, muss also Vorräte mitbringen.

Außereuropäische Länder

Argentinien: Seit 2011 herrscht in Argentinien ein vollständiges E-Zigaretten Verbot für Verkauf und Import, während Zigaretten erlaubt bleiben. Die fadenscheinige Begründung: Es sei nicht nachgewiesen, dass E-Zigaretten beim Rauchstopp helfen. Argentinien ist ein wichtiges Tabak-Anbauland, das könnte bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben. Dort lebende Ausländer bestätigen, dass das Verbot nach wie vor gilt. Allerdings scheint es möglich zu sein, mit selbst mitgebrachten E-Zigaretten zu dampfen. Zudem scheint es einen Schwarzmarkt für E-Zigaretten zu geben.

Australien: In Australien sind E-Zigaretten erlaubt, aber bis auf Ausnahmefälle nicht der Handel mit nikotinhaltigen Liquids und nikotinhaltigen Einweg-E-Zigaretten. Wer im Australien-Urlaub Nikotin dampfen möchte, muss sich einen eigenen Vorrat mitbringen, der Konsum ist legal. Sollte man sich länger in Australien aufhalten, gibt es aber anscheinend Möglichkeiten, um das Verbot herumzukommen. Importeure dürfen offenbar kleine Mengen per Post verschicken.

Brasilien: Auch in Brasilien ist der Handel mit E-Zigaretten verboten. Begründung: Die gesundheitlichen Risiken seien ungeklärt. Es soll laut Dampfern im Brasilien-Urlaub aber durchaus möglich sein, in Großstädten an Nachschub zu kommen.

Brunei: Eine Horror-Destination für Dampfer: E-Zigaretten sind komplett verboten. Wer beim Dampfen erwischt wird, muss mit einer Strafe von 300 Dollar rechnen.

China: Im Mutterland des Dampfens sind E-Zigaretten erlaubt, der Markt boomt. Möglicherweise gibt es aber regionale Beschränkungen.

Dubai: Handel und Einfuhr von E-Zigaretten und Liquids sind laut mehreren Quellen, auch für Touristen, verboten. In einem Forum wird allerdings behauptet, die Botschaft in London habe angegeben, dass es keine Beschränkungen gibt. Urlaubende Dampfer, die mit E-Zigarette im Gepäck anreisen wollen, werden also nicht darum herumkommen, selbst bei Dubais Botschaft in Deutschland anzufragen.

Hong Kong: Liquids mit einem nennenswerten Nikotin-Anteil gelten als Medikamente und unterliegen strengen Verkaufsauflagen. Es ist deshalb für Urlauber kaum möglich, an nikotinhaltige Liquids zu kommen.

Japan: In Japan sind E-Zigaretten zwar erlaubt, aber nikotinhaltige Liquids verboten. Sie sind offenbar im gesamten Land nicht legal erhältlich. Selbst der Import per Internet-Versand scheint nicht mehr zu funktionieren. Wer sich seinen eigenen Vorrat mitbringt, muss am Flughafen mit Beschlagnahmung rechnen, denn offenbar ist auch die persönliche Einfuhr verboten.

Jordanien: Der Import von E-Zigaretten und Liquids ist verboten, der Handel im Land aber offenbar nicht. Wir haben sogar die Webseite eines Dampf-Ladens in der Hauptstadt Amman ausfindig machen können.

Kambodscha: E-Zigaretten sind in Kambodscha verboten. Es gibt zwar illegalen Handel, aber davon sollte man als Tourist die Finger lassen. Ob man mit selbst importierter Ware bei der Einreise Probleme bekommt konnten wir nicht klären. Allerdings ist rechtlich gesehen auch das Benutzen von E-Zigaretten nicht erlaubt.

Kanada: In Kanada darf man dampfen. Allerdings sind in einigen Provinzen relativ strenge Regeln in Kraft, die Verkauf und Werbung regeln, an vielen öffentlich zugänglichen Orten herrschen Dampf-Verbote.

Katar: In dem Golf-Staat herrscht ein vollständiges Verkaufs- und Einfuhrverbot (hier das Original-Dokument des Zolls). Touristen sollten sich also auf großen Ärger bei der Einreise gefasst machen, wenn sie E-Zigaretten mitbringen.

Kolumbien: Dort ist die Lage unklar. Anscheinend gibt es hin und wieder am Flughafen Probleme, im Land selbst muss man aber offenbar nicht damit rechnen, Ärger zu bekommen.

Malaysia: Dort herrscht neuerdings ein sehr weitgehendes Verkaufsverbot für E-Zigaretten. Wir konnten allerdings keine Berichte finden, dass Touristen Probleme bei der Einfuhr von E-Zigaretten und Liquids zum Eigengebrauch hatten.

Mexiko: In dem lateinamerikanischen Land sind E-Zigaretten vollständig verboten, nicht nur der Handel. Einige Reisende berichten sogar, dass sie bei der Einreise am Zoll Ärger bekommen haben.

Oman: Der Verkauf von E-Zigaretten und Liquids ist in Oman neuerdings illegal. Ob das Einführen von kleinen Mengen gestattet ist, bleibt unklar.

Singapur: Der kleine Inselstaat ist bekannt für seine strengen Gesetze. Das betrifft leider auch das Dampfen. Es ist dort vollständig illegal, man sollte sich also auf gar keinen Fall erwischen lassen. Die Strafen betragen bei erstmaligem Verstoß bis zu 10.000 Dollar oder bis zu ein halbes Jahr Gefängnis.

Taiwan: Offenbar sind Handel und Import von E-Zigaretten verboten, aber Dampfer werden nicht unter Strafe gestellt.

Thailand: Achtung, die Einfuhr von E-Zigaretten und Liquids nach Thailand ist verboten. In dem Land scheint es zwar eine aktive Dampfer-Szene zu geben, wie unter anderem dieses Forum zeigt. Allerdings haben aber auch die Mitglieder häufig Ärger, so werden offenbar häufig Importsendungen beschlagnahmt. In Reiseberichten heißt es allerdings oft, dass Dampfen vor Ort kein Problem sei und man in größeren Urlaubsorten auch Nachschub bekommt.

USA: In den USA ist Dampfen generell erlaubt. Auch der Handel mit nikotinhaltigen Liquids ist nicht verboten, allerdings gibt es in vielen Bundesstaaten inzwischen rechtliche Beschränkungen. So ist häufig der Verkauf an Jugendliche verboten oder Werbung nicht erlaubt und für E-Zigaretten gelten teils ebenso strenge Verbote im öffentlichen Raum wie für herkömmliche Zigaretten. Eine Übersicht über die Regeln in den einzelnen Bundesstaaten findet sich hier.