Chirurgen und E-Zigaretten – ein Dampfknaller

Für Gefäße sind erhöhte Cholesterin-Werte und Kalk die größten Gegner, sie können Thrombosen und Schlaganfall verursachen. Hauptursachen hierfür sind die Risikofaktoren ungesunde Ernährung und Rauchen. Dann treten die Gefäßchirurgen an den OP-Tisch.




Auf der gerade abgeschlossenen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin haben sich die Fachleute vor allem der Prävention und Protektion gewidmet – und dabei auch die E-Zigarette thematisiert.

Und um es gleich zu sagen: Das könnte eine Revolution bei anderen Fachrichtungen und Ärzteverbänden einläuten, müsste die Politik und deren Restriktionen zum Überdenken bringen, die Kranken- bzw. Gesundheitskassen alarmieren und die Pharmahersteller von Nikotinersatzpräparaten erschauern lassen.

Denn, so in der Pressemeldung der Gesellschaft: „Aber wie geht man vor diesem Hintergrund mit dem Risikofaktor Rauchen um? Eine der wesentlichen Gegenstrategien ist hierbei der Umstieg der Risikopatienten von Zigaretten auf moderne Nikotinverdampfer. Diese gelten beispielsweise im britischen Gesundheitssystem bereits als Alternative zum Zigarettenkonsum.“

Und weiter heißt es dort unter Bezug auf eine neue Deutsche Befragung zum Rauchverhalten, kurz DEBRA-Studie, in der festgestellt wurde, dass auch hierzulande das Dampfen die meistgenutzte Rauch-Stopp-Methode ist: „In Deutschland werden Raucher hingegen gleich doppelt im Stich gelassen: Entwöhntherapien werden nicht erstattet, und erwiesenermaßen schadstoffarme Alternativen, wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer, werden nicht von Gesundheitsorganisationen empfohlen.“

Die Mediziner fordern in ihrer Abschlusserklärung, dass Ärzte intensiver beim Thema Rauchentwöhnung geschult werden müssten – auch und besonders hinsichtlich von E-Zigaretten. „Letztlich können diese schadstoffreduzierten Produkte rauchenden Patienten helfen, die den vollständigen Rauchstopp nicht oder noch nicht schaffen.“

Und dann könnte der Gemeinsame Bundesausschuss, kurz G-BA, der zuständig ist für die Anerkennung – und das heißt vor allem Bezahlung durch die Krankenkassen, ob gesetzlich oder privat – von Therapien im Vorsorgebereich, hier Rauchentwöhnung, die E-Zigarette als Therapeutikum anerkennen und empfehlen.

Kaum zu glauben, hier steht es Schwarz auf Weiß: Neue Wege in der Gefäßprotektion Aktuelle Erkenntnisse erfordern neue Auseinandersetzung mit dem Rauchstopp bei Patienten mit Gefäßerkrankungen

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