Studie zu E-Zigaretten aus Los Angeles trägt zu Verunsicherung bei

Leser kennen eGarage als ein Portal, das Fakten zusammenträgt und bewertet. Ein Portal, in dem Kritiker und Befürworter der E-Zigarette zu Wort kommen. Aber manchmal ist es schwer, ausgewogen zu bleiben.




Da flattert uns eine Studie der University of California in Los Angeles auf den Tisch. Laut Wikipedia eine der angesehensten Universitäten der Welt. Allerdings, liebe Freunde der Wissenschaft im sonnigen Kalifornien, hier habt Ihr eine ziemlich merkwürdige Studie vorgelegt. Es geht darum, dass dauerhafter Konsum von E-Zigaretten zu einem potentiell erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann.

An der Studie nahmen 42 Personen teil. Schon dieser Umstand ist vielleicht nicht ganz repräsentativ, oder? Die Probanden waren zwischen 19 bis 45 Jahren. Kann man auch drüber streiten, tun wir aber nicht. 23 Probanden dampften, weitere 19 nicht.

Greift die E-Zigarette das Herz an?

Der Test ergab laut Universität – in Deutschland hat unter anderem der Arbeitskreis Krankenversicherungen über die Untersuchung berichtet – Auswirkungen auf die Herzfrequenzvariabilität. (Update nach einem Hinweis via Facebook: Der „Arbeitskreis-Krankenversicherungen“ hat mit den Krankenversicherungen selber (egal, ob privat oder gesetzlich) nichts zu tun.) Wer nicht gerade ein medizinisches Fachbuch zur Hand hat: Das bedeutet, dass wir Menschen über die Fähigkeit verfügen, die Herzschlagrate anzupassen. Und jeder kennt das: Rennen wir der Bahn hinterher, schlägt das Herz meist schneller als nachts im Bett. Ausnahmen gibt’s immer (und bei wem das Herz im Bett schneller schlägt, soll hier nicht Thema sein:-)). Gilt natürlich auch alles nur bei gesunden Organismen. Aber nach diesem Ausflug zurück zur Wissenschaft und zu dem Test der Uni in LA. Störungen der Herzfrequenzvariabilität sind demnach möglicherweise Anzeichen für gesundheitliche Probleme des Herzens. Schuld daran könnte das Nikotin in der E-Zigarette sein.
Ein zweiter Test zur Blutuntersuchung lieferte der Studie zufolge keine eindeutigen Ergebnisse.

Reaktionen auf die Studie

Ohne den Wissenschaftlern zu nahe treten zu wollen – aber solche Studien tragen nicht gerade zur Aufklärung über die sicher bestehenden Gefahren einer E-Zigarette bei. Denn sie befeuern ein völlig undifferenziertes Bild. Da ist von „Nikotin als Ursache für viele Herzerkrankungen“ die Rede, Mediziner sehen schon „Wie E-Zigaretten stressen“.

Wie gesagt: Wir wollen nichts schön reden, es gibt sicher gesündere Sachen als E-Zigaretten. Aber neben der geringen Zahl der Probanden der Studie sollte doch bitte schön berücksichtigt werden, dass sich immer mehr Liquids OHNE Nikotin durchsetzen. Viele ehemalige Raucher wissen, dass Nikotin ein Gift ist und nach ihrem erfolgreichen Abschied vom Glimmstängel fahren sie auch den Nikotingehalt ihres Liquids runter. Abgesehen von den gesetzlichen Vorgaben, die künftig den Umgang und die Abgabe von Liquids mit Nikotin regeln.

Um es deutlich zu sagen: Diese Studie aus LA trägt lediglich zur Verunsicherung bei und sollte entweder unter subjektiveren Voraussetzungen mit mehr Probanden sowie verschiedenen Liquids mit und ohne Nikotin wiederholt werden – oder irgendwo im Uni-Safe verschwinden. Sorry für die direkten Worte – wir hatten Euch eingangs gewarnt:-).